Impressum

Die Ereignisse des Massakers an der Columbine High School

Zu Eric Harris und Dylan Klebold
Erklärungsdiskurs nach der Bluttat
Was Eric und Dylan selber erwähnen – Und was andere interpretieren
Grössere Zusammenhänge innerhalb der Gesellschaft
Sündenböcke, Gerüchte, Mysterien
Konsequenzen, Rechtliche Klagen, Konkrete Beschuldigungen

Chronologie der Bluttat an der Columbine High School in Littleton vom 20.04.1999
Chronik der Gewalt an Schulen

Zu Eric Harris und Dylan Klebold

Die Pläne von Eric Harris und Dylan Klebold lassen sich anhand von Videofilmen, Tagebucheinträgen und Zeugenaussagen rekonstruieren (ihre fünf Videobänder waren nach dem Massaker sehr gefragt). Die beiden Jugendlichen hatten ihre Tat sogar im Internet angekündigt. Die beiden Schüler, die bis dahin im Unterreicht gute bis sehr gute Leistungen erbracht hatten, gehörten am Rand zu einer Gruppe von Aussenseitern, die „Trenchcoat Mafia“ genannt wurde. Sie interessierten sich für Computer und Philosophie, pflegten aber auch nationalsozialistisches Gedankengut. Sie mochten Gewaltfilme, schrieben blutrünstige Gedichte und waren begeistert von Computerspielen wie „DOOM“, einem „gewaltverherrlichenden 3D Egoshooter“.

An der ausgereiften Planung lässt sich erkennen, dass das Massaker, welches sie während über eines Jahres vorbereitet hatten, noch viel verheerender hätte ausfallen sollen: Auf einem der Videos kündigten sie an, 250 Menschen zu töten. Dies gelang ihnen vielleicht nur deshalb nicht, weil die meisten ihrer selbstgebauten Bomben versagten. Weiter wollten sie ein Flugzeug entführen, um es über der Innenstadt von New York City abstürzen zu lassen. Eric und Dylan bauten Rohrbomben und Zünder, planten alle Einzelheiten und besprachen Szenarien. Sie wünschten sich, dass man ihre Geschichte verfilmen würde und dass sie als Idole aller Ausgestossenen Berühmtheit erlangen würden.
Erklärungsdiskurs nach der Bluttat

Nach den Ereignissen von Columbine wurde die Frage aufgeworfen, weshalb aus scheinbar normalen Teenagern plötzlich Massenmörder werden können und warum die Gewalt anscheinend zunimmt und dabei die Täter immer jünger werden? Welche Diskussionen fanden statt? Welche Gründe wurden für die Erklärung hinzugezogen? Der Erklärungsdiskurs lässt sich in folgenden Fragenkomplexen zusammenfassen:

1. Eigene Aussagen von Harris und Klebold, Anhaltspunkte und Erklärungen in ihren Videos und den schriftlichen Aufzeichnungen. Welche Motivationen benennen die Täter selbst?

2. Erklärungsversuche aus dem Verhalten und ihrem sozialen Umfeld. Welche Einflüsse und Bedingungen der Gesellschaft, ihrer Erziehung und des Gesetzes könnten zur Tat beigetragen haben?

3. Sündenböcke und Mysterien: Welche Gerüchte kommen auf, wie wird ein solches Ereignis in einer Kleinstadt verarbeitet? Was für Mechanismen wurden entwickelt?

4. Welche Personen und Institutionen werden konkret angeklagt (juristisch)?
Was Eric und Dylan selber erwähnen – Und was andere interpretieren:

In der Wahrnehmung von Eric und Dylan waren sie kaum von den Mitschülern akzeptiert. Sie wären als Aussenstehende nicht beachtet worden und man hätte sich über sie lustig gemacht. Sie selber beschreiben sich über folgende Merkmale: Sie haben etwas gegen: Mädchen, die Nein sagen sowie gegen andere Aussenseiter und sie schwören Rache an allen, die sie je irritiert hätten oder zurückgewiesen. Weitere Nachforschungen ergeben, dass Sie zahlreiche Gruppen als ihre Feinde nennen: Minderheiten, Christen, Sportler, Rassisten, die Einwohner von Littletown, Schüler und Lehrer der High School, Nigger, Juden, Latinos, Schwule, verfickte Weisse; und sie preisen Hitlers Endlösung.

Eric und Dylan träumten auch davon, berühmt zu werden, was Videodokumente belegen. So besprachen sie bereits, welcher berühmte Hollywood-Regisseur ihre Geschichte verfilmen könnte (Spielberg oder Tarantino?) ausserdem waren sie sich bewusst, wie die Massenmedien den Vorfall ausschlachten würden und dass sie auf allen Titelblättern erscheinen werden. Sie entwickelten gleichzeitig einen Glauben an „natürliche Selektion“ und ein Überlegenheitsgefühl, aber ihre Selbstwahrnehmung war intakt. Die Tat sei als Selbstmordmission geplant, es gab wiederholte Erwähnungen von Selbstmord in den Aufzeichnungen. Von Mitschülern wurden sie auch als depressiv beschrieben.

Von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern wurden Eric und Dylan wenig positiv beschrieben: Sie hätten das Gefühl gehabt, nicht hineinzupassen, nicht akzeptiert zu sein, hätten einen Mangel an Selbstwertgefühl. In der Aussenwahrnehmung wurden sie als Menschen gesehen, die das Leben nicht mochten. Sie würden generell an Verfolgungswahn leiden und entwickelten einen undifferenzierten Hass gegen alle und alles (z.B. auf die Menschheit, the fucking world) und hätten Freude am eigenen Hass.
Grössere Zusammenhänge innerhalb der Gesellschaft:

Waffengesetze in Amerika: Eric Harris war kurz zuvor 18 Jahre alt geworden und hatte drei der vier Waffen legal erwerben können. Nur eine halbautomatische Waffe war illegal an die beiden Täter weiterverkauft worden.

Gewalt in den Medien vergifte die Jugendlichen: werden in den Medien die Erscheinungen der Gesellschaft reflektiert oder lösen sie selber etwas aus?

Faszination der Gewalt: Generell ein (anthropologischer) Drang zur Kontrollausübung, man versucht, Macht über andere zu gewinnen. Jemandem das Leben nehmen ist dabei die extremste Art dieser Machtausübung.

Direkte Einflüsse und Lebensumstände: Harris und Klebold spielten regelmässig Videospiele, unter anderem Doom und Quake. Es entstand eine Diskussionen um Gewalt in Videospielen, dienten sie als Schiesstraining? Fanden sie darin Inspiration? Wieweit können „Gamer“ noch zwischen Realität und Fiktion unterscheiden?

Internet: Darin fanden die beiden Pläne für den Bombenbau, zudem fanden sie Foren, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Die Kommunikation unter den Tätern war damit erleichtert.

Kinofilme: Harris und Klebold bevorzugten gewalttätige Filme wie RESERVOIR DOGS oder NATURAL BORN KILLERS, sie nannten sich selber auch so (NBK). Auch hier fragte man sich, wie weit die Jungen zwischen Realität und Fiktion unterscheiden können, weil sie eine Szene aus dem Film THE BASKETBALL DIARIES (Scott Kalvert, USA 1995) auch für ein Schulvideo nachgespielt hatten. Dabei handelt es sich um eine Szene, in der Leonardo Di Caprio in der Rolle des Protagonisten im langen schwarzen Mantel ins Schulgebäude geht und Schüler erschiesst, die ihn zuvor gequält hatten. Weil Eric und Dylan am 20.4. dieselbe Kleidung getragen haben, wurde behauptet, sie hätten das nachgespielt. War dieser Film eine direkte Inspiration? Erfüllten sie sich mit der eigenen Bluttat eine solchermassen generierte Gewaltphantasie?

Der Popkultur wurden generell vorwürfe gemacht, insbesondere auch bestimmten Musikgruppen: Marilyn Manson wurde konkret in den Medien beschuldigt, obwohl die beiden dessen Musik nicht sehr mochten. Sie hörten aber beispielsweise KMFDM oder Rammstein (die in Deutschland den Ruf der „Rechtslastigkeit“ nie wirklich los wurden. In diesem Zusammenhang steht auch die Ausgrenzung von Gruppierungen, die sich speziell kleidet, wie zum Beispiel die Goth-Szene, deren Mitglieder offenbar nach der Tat von den Ordnungshütern schikaniert worden sind.

Die Trench Coat Mafia, zu der Eric und Dylan eigentlich nur am Rand zugehörten, wurde als schlechter Umgang bezeichnet, der ihnen zudem Beziehungen zu Leuten verschafften, die ihnen die Waffen verkauften.

Persönliche Enttäuschung: Harris hatte seine Zukunft im Militär geplant, bekam aber einige Tage vor dem Ereignis eine Absage. Ansonsten sind beide in geordneten Verhältnissen aufgewachsen, Erics Familie ist oft umgezogen, weshalb er sich nie ein stabiles soziales Umfeld aufbauen konnte.

Nazi-Gedankengut: Als Datum des Amoklaufs wurde der Geburtstag von Adolf Hitler gewählt.
Sündenböcke, Gerüchte, Mysterien

Man versuchte herauszufinden, ob es noch andere Mittäter oder Mitwisser gegeben hatte. Es gab Gerüchte über zwei weitere Autoinsassen (direkt vor der Tat) und man wollte einen Schützen auf einem Dach gesehen haben (es stellte sich dann heraus, dass es ein Handwerker war). In die Vorbereitung seien aber noch mehr Personen beteiligt gewesen, und die Suche nach diesen „Bösen“ machte die ganze Verarbeitung etwas mysteriöser. Man produzierte einen Nervenkitzel, ob noch weitere Mitbeteiligte gefunden werden könnten (auf man dann sehr praktisch alle Rachegefühle hätte projizieren können).

Viele Gerüchte erwiesen sich im Nachhinein als falsch: So hatten Dylan und Eric zwar eine „Hitliste“ der am meisten gehassten und deshalb „zu tötenden“ Menschen verfasst, aber niemand auf der Liste wurde letztlich getötet.

Man versuchte zunächst, Harris als Hauptschuldigen zu bezeichnen, und dass er Klebold zur ganzen Sache angestiftet hätte. Es gab dann auch das Gerücht, Eric hätte Dylan zuerst erschossen und dann sich selbst. Die Untersuchungen ergaben dann aber, dass beide in gleichem Mass beteiligt waren.

Nach der Veröffentlichung des Polizeiberichts entstanden Verschwörungstheorien. Die Polizei wüsste die Wahrheit und die genauen Vorgänge, hielte aber absichtlich Informationen zurück, weil angeblich wegen den folgenden Gerichtsprozessen „niemand die Wahrheit hören möchte“ (so sagen es Betroffene) Der Polizeirapport sei verfälscht und die Informationen gefiltert.

Es wurde auch diskutiert wie eine solche Tat hätte verhindert werden können: Wenn zum Beispiel die Eltern die Kinder etwas besser kontrolliert hätten. Eine kurze Anekdote zum Thema „wenn in einem einzigen Moment etwas anders gelaufen wäre, hätte das Blutbad verhindert werden können“: Ein Verkäufer hatte bei Harris angerufen, die clips seien angekommen. Doch der Vater am Telefon meinte nur, er hätte keine solchen bestellt. Eric Harris selber meinte, wenn nicht beide das als Missverständnis abgetan hätten, sondern nachgefragt, dann wären Dylans und seine Pläne ruiniert gewesen.
Konsequenzen, Rechtliche Klagen, Konkrete Beschuldigungen

Die Konsequenzen dieses Verbrechens waren in erster Linie psychologischer Natur, vor allem die Schüler und Einwohner von Columbine waren traumatisiert. In der Folge war auch ein erhöhter Absatz von Psychopharmaka, sowie ein verstärkter Zulauf zu Psychologen und Kirchen festzustellen. Bald nach der Tat wurden die ersten Klagen eingereicht, man beschuldigte die Schulbehörde, Polizei, und sogar Helfer. Die Eltern der beiden Täter wurden von sämtlichen Eltern der Opfer verklagt.

Die Polizei wurde beschuldigt, dass sie trotz Hinweisen und den Klagen gegen einen der beiden Täter nichts unternommen habe und niemand die Drohungen (auf dem Internet) ernst genommen. Zudem habe sie während des Ereignisses eine falsche Taktik angewandt und deshalb den Tod des Lehrers mitverschuldet, der erst nach ein paar Stunden verblutet war.

Die Eltern Harris und Klebold: sie hätten ihre Kinder vernachlässigt und deren gewalttätige Tendenzen ignoriert. Zumindest das Bombenmaterial hätte ihnen auffallen sollen, oder auch im Zimmer die vielen Hinweise auf Gewaltverherrlichung.

Die Schulleitung und Lehrer: Die Eltern kritisierten, sie seien getäuscht und oder zumindest schlecht informiert worden darüber, was im Vorfeld der Bluttat an der Schule vorgefallen war. Niemand hatte die brutalen Aufsätze erwähnt, die geschrieben worden waren oder das vorhin erwähnte brutale Video das gemacht wurde.

Zwei Jahre nach dem Ereignis, im April 2001 verklagten die Witwe des ermordeten Lehrers und dessen zwei Stieftöchter 25 Medien-Unternehmen auf Schadenersatz. Die Klage richtet sich hauptsächlich gegen die Hersteller von Videospielen, darunter Nintendo, id Software, GT Interactive, Activision, Sega, Sony, Atari und Virgin Interactive und beläuft sich auf fünf Milliarden US-Dollar.

Die Aktualität des Themas der Gewalt an Schulen zeigt auch eine Zeitungsmeldung von Anfang August 2003. Die Polizei in Philadelphia nahm drei „bis an die Zähne bewaffnete“ Jugendliche fest, die sich vorgenommen hatten, in einer öffentlichen Schule in der Ortschaft Oaklyn im US-Bundesstaat New Jersey so viele Menschen wie möglich zu töten. – Die Jugendlichen im Alter von 14, 15 und 18 Jahren seien mit Gewehren, Pistolen, Schwertern und Messern bewaffnet gewesen, als sie am 03.08.2003 festgenommen wurden.
Chronologie der Bluttat an der Columbine High School in Littleton vom 20.04.1999

Am Morgen des 20. April 1999 platzieren Eric Harris und Dylan Klebold zunächst in der weiteren Umgebung der Schule Bomben, die die Polizei ablenken sollen, aber keine von ihnen explodiert.

Kurz vor 11 Uhr bringen sie selbstgebaute Propangasbomben in Seesäcken in die Cafeteria ihrer Schule. Sie warten zunächst in ihrem Auto auf dem Parkplatz vor der Schule, aber weil die Bomben nicht explodieren, müssen sie ihre Pläne ändern.

Sie ziehen schwarze Ledertrenchcoats an, und gehen um 11:17 Uhr sie auf das Gebäude zu. Dabei schiessen sie wahllos umher und töten zwei Schüler, bei einem kurzen Feuergefecht mit einem Hilfssheriff wird niemand verletzt.

Um 11:19 Uhr betreten Eric und Dylan mit zwei abgesägten Schrotflinten, einer halbautomatischen Pistole (TEC DC9) und einem Neun-Millimeter Gewehr das Gebäude und gehen um sich schiessend in die Schulbibliothek.

Um halb zwölf ruft eine Lehrerin die Polizei an, lässt anschliessend aber den Hörer fallen, so dass die Verbindung offen bleibt und das Geschehen mitangehört werden kann. Die Täter erschiessen gezielt einen achtzehnjährigen schwarzen Mitschüler, nachdem sie ihn als Nigger tituliert hatten. Das nächste Opfer war ein sechzehnjähriger Sportler, auch er wird verspottet, bevor sie auf ihn schiessen. Dann wird eine 17jährige Schülerin getötet, die in den darauf folgenden Wochen zur regionalen religiösen Märtyrerin stilisiert werden wird, weil sie sich angeblich freiwillig als Gläubige gemeldet hat. Auf den Tonbändern ist zu hören, wie sich die beiden Täter amüsieren, während ihre Opfer schreien.

Um 11:40 verlassen Eric und Dylan die Bücherei und gehen die Treppe zur Cafeteria hinab, in welcher sich noch vier Schüler verstecken. Sie schiessen aus den Fenstern auf Sicherheitskräfte und gehen anschliessend zurück in die Bibliothek. Sie ärgern sich, dass auch dieBombe in ihrem Wagen nicht explodiert ist.

12:00 Uhr: Die Polizei und Sondereinsatzkommandos bereiten sich auf den Sturm des Gebäudes vor. Dylan zündet einen Molotow-Cocktail. Als dieser anfängt zu brennen schiesst sich Eric Harris in den Kopf, Dylan Klebold macht es ihm nach, um 12:05 sind sie beide tot.

15:00 Uhr: Leute vom Sondereinsatzkommando finden einen verbluteten Lehrer zusammen mit 60 Schülern in einem Raum.
Chronik der Gewalt an Schulen

1996
03.02. Bei einem Amoklauf in der Schule von Moses Lake (US-Staat Washington) erschiesst ein 14jähriger seine 49jährige Lehrerin und zwei seiner Mitschüler. Eine weitere Klassenkameradin wird durch einen Bauchschuss schwer verletzt

1997
19.02. Ein 16jähriger eröffnet das Feuer in einer High School in Bethel (US-Staat Alaska) auf seine Mitschüler. Der Schulleiter und ein Schüler werden getötet und zwei weitere Schüler verletzt.
01.10. In der High School von Pearl (US-Staat Mississippi) tötet ein als Aussenseiter geltender 16jähriger zwei Klassenkameraden, darunter seine Exfreundin, sieben Personen werden schwer verletzt. Zuvor hatte der Teenager seiner 50jährigen Mutter die Kehle durchgeschnitten. Er erklärt zur Tatzeit, unter Einfluss des Teufels gestanden zu haben.
01.12. In West Paducah (US-Staat Kentucky) schießt ein 14jähriger zum Ende des Morgengebets in den Kreis seiner 35 Mitschüler. Drei Mädchen erliegen ihren Verletzungen. Fünf Teenager werden verletzt.

1998
24.03. Ein elf- und ein 13jähriger Schüler lösen an ihrer Schule in Jonesboro (US-Staat Arkansas) falschen Feueralarm aus und richten aus dem Hinterhalt ein Blutbad an. Im Kugelhagel sterben vier Mädchen und eine Lehrerin, zehn Menschen werden schwer verletzt.
24.04. Vor den Augen seiner Schüler wird auf einem Schulball in Edinboro (US-Staat Pennsylvania) der 48jährige Physiklehrer von einem 14jährigen Schüler erschossen.
28.04. In einer Grundschule in Pomona (US-Staat Kalifornien) erschießt ein 14jähriger während eines Basketballspiels zwei Teenager, ein dritter wird verletzt. Als Motiv des Täters werden Rivalitäten zwischen zwei Cliquen ausgemacht.
19.05. Drei Tage vor seinem Schulabschluß tötet ein 18jähriger Schüler in Fayetteville (USStaat Tennessee) auf einem Parkplatz einen Klassenkameraden. Seine Exfreundin hatte mit ihm eine Beziehung.
21.05. Ein 15jähriger schießt in der Cafeteria seiner Schule in Springfield (US-Staat Oregon) mit einem halbautomatischen Gewehr wild um sich. Zwei Anwesende werden getötet, 18 weitere verwundet und vier in der allgemeinen Panik verletzt. Zuvor ermordete der Junge seine Eltern.

1999
20.04. Der 17-jährige Dylan Klebold und der 18-jährige Eric Harris richten an der Columbine High School in Littleton, Colorado, ein Blutbad an. Sie erschießen zwölf Mitschüler und einen Lehrer. In der Schule haben sie Sprengfallen angebracht, 23 Menschen werden verletzt. Die Teenager begehen später Selbstmord. Als Motiv für das Massaker nannten sie Hass auf die Schule.
28.04. Nur gut eine Woche nach der Wahnsinnstat von Littleton schießt in der High School der kanadischen Kleinstadt Taber, Alberta, ein 14 Jahre alter Junge auf zwei 17- Jährige und verletzt einen von ihnen tödlich. Die Tat scheint dem Massaker von Littleton nachgeahmt zu sein; in beiden Fällen trugen die Schützen dunkle Trenchcoats.
09.11. Im sächsischen Meissen tötet ein 15jähriger Schüler seine 44 Jahre alte Geschichtslehrerin mit 22 Messerstichen. Seine Klassenkameraden im Gymnasium Franziskaneum müssen das Sterben der Lehrerin mit ansehen. Er wird wegen Mordes zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
30.11. Die Polizei nimmt in Metten (Bayern) drei Jugendliche fest, die Mordpläne gegen ihre Schulleiterin und eine Lehrerin geschmiedet hatten.
21.12. In Köln stürzt ein 15-Jähriger in ein Klassenzimmer und schiesst wortlos mit einer Gaspistole auf einen Pädagogen. Weil ihn seine Mitschüler trotz Maskierung erkannt haben, kann der Täter kurze Zeit später gefasst werden.

2000
22.02. Eine 16 Jahre alte Schülerin plant einen Amoklauf in ihrer Schule im brandenburgischen Müncheberg. Sie hatte versucht, an fünf Handgranaten sowie eine automatische Waffe zu gelangen.
16.03. Im bayerischen Brannenberg erschiesst ein 16 Jahre alter Schüler den 57-jährigen Leiter eines Internats, der auch sein Informatiklehrer ist. Der Täter war am Tag zuvor wegen "ungebührlichen Verhaltens" von der Schule verwiesen.

2002
26.04. In einem Gymnasium in Erfurt richtet ein Ex-Schüler ein beispielloses Blutbad an: Schwarz vermummt und schwer bewaffnet zieht der 19-Jährige durch das Gebäude und erschießt 16 Menschen - acht Lehrerinnen, vier Lehrer, eine Schülerin, einen Schüler, die Sekretärin und einen Polizisten. Dann tötet er sich selbst.



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